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Jacques Magnin, Schmuckschöpfer in Japan

Der selbständige 47-jährige Handwerker hat sich in Shikoku niedergelassen, das 600 km südlich von Tokio liegt. Er bietet ebenfalls Praktika und Gästezimmer an.


Seit am 11. März 2011 der Name Fukushima in die Geschichte eingegangen ist, denkt man täglich an Japan und redet darüber. Jacques Magnin, Mitglied von Fribourgissima, ist einer der wenigen Europäer, die sich in Japan niedergelassen haben. Er ist selbständiger Schmuckschöpfer und wohnt seit drei Jahren dauerhaft dort.


Jacques Magnin, wo wohnen Sie in Japan?
Auf Shikoku, eine der vier grossen Inseln des Archipels, sie ist etwa 800 km südlich von Fukushima gelegen und 600 km von Tokio entfernt. Wir sind also nicht direkt von den Erdbeben und vom Tsunami betroffen. Ich wohne mit meiner Ehefrau auf einer ganz kleinen Insel, die in einem Binnenmeer liegt und nur gerade etwa 230 Einwohner hat.

Warum sind Sie von Tokio weggezogen?
Wir haben von 2008 bis Juni 2010 in der Hauptstadt gewohnt und haben uns entschlossen, umzuziehen, weil wir das, was die Ausländer im Allgemeinen an Tokio schätzen, nicht mehr mochten. Der übertriebene Konsum, die andauernde visuelle und akustische Belästigung… Ich, der im Kanton Freiburg geboren bin, brauche die Nähe zur Natur. Wir haben ein kleines Haus gekauft, in dem ich mein Atelier und ein Gästezimmer eingerichtet habe.

Seit wann sind Sie an Japan interessiert?
Ich besuchte in Freiburg Japanischunterricht, nicht weil ich von diesem Land fasziniert gewesen bin, sondern wegen der Linienführung der japanischen Kalligraphie. Ich schenke ihr in meiner Arbeit eine grosse Bedeutung: ich glaube, wenn die Geste richtig ist, ergibt sich der Rest von selbst daraus. Da ich im Jahr 2000 Ferien nehmen konnte, habe ich mir ein Flugticket nach Kyoto gekauft. Dort habe ich das Gefühl gehabt, nach Hause zu kommen; ich bin mir gar nicht fremd vorgekommen. Ich bin mehrmals zurückgekehrt und während einer dieser Reisen bin ich Etsuko Ogasawara begegnet, eine in Japan bekannte Malerin, die namentlich an Zeichentrickfilmen arbeitet. Wir haben in der Schweiz geheiratet und drei Jahre in Bulle gewohnt, bevor wir uns 2008 entschlossen haben, nach Japan zurückzukehren.

Wer kauft Ihre Kreationen?
Ich habe eine schweizerische und eine japanische Kundschaft. Ich beherberge ebenfalls Praktikanten für einen Monat. Es sind bereits erfahrene Leute oder auch solche, die nur interessiert sind. Aber jetzt spüren wir natürlich die Folgen der Katastrophe.  

Hatten Sie letzten März Angst?
Der Schock war gross, auch wenn wir uns weit weg von der geschädigten Gegend befinden. Das Leben geht aber weiter, man muss die Radioaktivität  hinnehmen und hofft, dass es nicht schlimmer wird. Man besucht die japanische meteorologische Webseite. Die Leute sind besorgt, aber es herrscht keine Panik. Die Medien im Westen haben die Angelegenheit eher aufgebauscht, hier haben sie beruhigt… In Japan gehören Erdbeben zum Alltag. Der Tsunami hat Spuren hinterlassen, man hat sich schon die Frage gestellt: „und wenn es bei uns geschehen würde?“ Es wurde auch ein Evakuierungsplan erstellt. Ich habe meine wichtigsten Sachen zusammengelegt und könnte sie schnell mitnehmen.

Was lieben Sie besonders an Japan?
Dieses gewisse angenehme und friedliche Leben und der gegenseitige Respekt der Mitmenschen ist sehr angenehm. Hier auf der Insel, die von der Landwirtschaft lebt, gibt es wenig Ausländer und die Einwohner sind sehr liebenswürdig. Die Landschaft ist wunderbar. Kommen Sie und sehen Sie es sich selber an !

Link nach  http://ma1515.jimdo.com

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